Herausforderung: Das Computerbild mit dem Realbild in Deckung bringen!

Immer häufiger wird die Automobilindustrie zum Vorreiter für IT-Innovationen. Zurzeit häufen sich die Beispiele, in denen deutsche Autohersteller ihre Prototypen mit Funktionen von Augmented Reality ausrüsten. Der Beitrag zeigt einige Beispiele und analysiert Möglichkeiten der Darstellung von Computerbildern für Autofahrer.Beim Leichtbaufahrzeug XL 1 bietet Volkswagen für Servicetechniker die Augmented-Reality-Anwendung MARTA an (Mobile Augmented Reality Technical Assistance), die auf dem Bildschirm eines Tablet-PCs einzelne Bauteile des Wagens markiert und den Techniker Schritt für Schritt bei Reparatur und Wartung unterstützt [1].

AUDI wendet sich mit einem ähnlichen System für den A3 an die Kunden [2].

Hält man sein Smartphone über einzelne Bedienelemente, so wird auf dem Bildschirm deren Bedeutung erklärt.

Bei Daimler wird mit dem System DICE die Windschutzscheibe zum Bildschirm. In einem Beitrag der Süddeutschen Zeitung stellt Ralf Lamberti, Leiter des Bereichs Telematik bei der Daimler Forschung und Entwicklung seinen Qualitätsmaßstab für eine gute AR-Anwendung im Auto vor: „Dafür brauchen wir hochgenaue geometrische Informationen in 3-D-Qualität, um Zusatzinformationen kontaktanalog, also extrem präzise in das Sichtfeld des Fahrers zu projizieren.“ Gerade bei Autofahrten verändert sich das Realbild noch schneller als beispielsweise beim Fußgänger. Ein Augmented-Reality-System muss deshalb schnell genug erzeugt werden, um Computer- und Realbild deckungsgleich zu halten [3].

Dies verwirklicht Daimler künftig mit einem Heads-up Display, also einer lichtdurchlässigen spiegelnden Scheibe, auf die Informationen projiziert werden. Der Autozubehör-Hersteller Continental arbeitet zur Zeit an einer noch größeren Projektionsfläche mit Beamer-Technik.

Die Augmentierung von Druckmaschinen – sowohl in der mobilen Variante unter Nutzung von Smartphone und Tablet, als auch in der Projektion – stellt im Social Augmented Learning neben den mobilen und sozialen Aspekten moderner Lehr- und Lernprozesse ein Kernthema dar. Unter Leitung des Fraunhofer IGD werden effektive und effiziente Systeme zur präzisen und robusten Überlagerung ansonsten verborgener Bauteile hochkomplexer Maschinen zur Augmentierung entwickelt. So können in Zukunft Prozesswissen und Handlungskompetenzen in Lehrprozesse integriert werden, die im konventionellen Lernen noch auf theoretische Erläuterungen beschränkt sind.

Quellen:

  1. Projekt Marta, Virtual Reality Magazin, zuletzt abgerufen am 23.10.2013
  2. A3 eKurzinfo, YouTube, zuletzt abgerufen am 23.10.2013
  3. Vernetztes Fahren: Augmented Reality im Auto, sueddeutsche.de, zuletzt abgerufen am 23.10.2013

Thomas Hagenhofer

Thomas Hagenhofer, Informationswissenschaftler M.A., arbeitet seit 2001 in innovativen Lernprojekten beim Zentral-Fachausschuss Berufsbildung Druck und Medien. Sein Schwerpunkt liegt auf der technischen und didaktischen Konzeption neuer Lernanwendungen. Er koordiniert das Verbundprojekt Social Virtual Learning 2020.

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