HoloLens

Anwendungsbeispiel der HoloLens. Gezeigt wird ein Vater, wie er seiner Tochter mittels Tablet und HoloLens bei der Montage eines Sifons hilft.

Bildquelle: Microsoft

Für die Umsetzung der erweiterten Realität werden immer neue Soft- und Hardwarelösungen entwickelt. Zu den aktuellen und besonderen Entwicklungen gehört die Microsoft HoloLens [1]. Die HoloLens ist eine Augmented-Reality-Brille, die zur Zeit nur auf ausgewählten Events und im Rahmen von Konferenzen wie dem Microsoft Entwicklerkongress BUILD 2015 präsentiert wird. Bei diesen sind in der Regel Aufnahmen der laufenden Produktpräsentation der HoloLens untersagt. Die Datenbrille darf lediglich in einem Glaskasten abfotografiert oder gefilmt werden. [2] [3] Die technischen Details und auch die Beschreibung des Durchblicks greifen auf Erfahrungsberichte (z.B. von der Microsoft Build 2015) [2] [3] und offizielle Produktinformationen zurück [1].

Technische Details

Die akkubetriebene HoloLens läuft mit Windows 10 und besitzt nach aktuellen Informationen eine integrierte CPU und WLAN, sodass prinzipiell kein externer Computer notwendig ist. Welche Hardware genau verwendet wird und welche Rechenleistung zu erwarten ist, bleibt noch unklar. Anwendungen für die HoloLens können nach aktuellem Informationsstand in gängigen Entwicklungsumgebungen erstellt werden – eine erste Demonstration basierte z. B. auf Unity 3D und Microsoft Visual Studio.

Vor der Verwendung muss die HoloLens auf den Anwender abgestimmt werden. Nicht nur für den bequemen Sitz der knapp 400g schweren Brille ist dieser Schritt wichtig: Auch der Augenabstand und die Position der Hologramme im Sichtfeld müssen optimiert werden.

HoloLens Anwendungsbeispiel. Gezeigt ist ein Anwender, der mittels HoloLens per Fingergesten mit einem Webbrowser interagiert.

Bildquelle: Microsoft

Durchblick

Ist die Einstellung abgeschlossen, kann durch die halbtransparente HoloLens eine Überlagerung der realen Umgebung mit holografisch wirkenden 3D-Objekten wahrgenommen werden. Nur bei sehr schnellen Kopfbewegungen gibt es eine leichte Bewegungsunschärfe, ansonsten wirkt das holografische Bild im Raum fest verankert. Der Bildbereich, welcher bei den ersten Prototypen etwas eingeschränkt wirkte (Stichwort Field of View), wird nach der Eingewöhnung nicht mehr wahrgenommen und durch einen Schritt zurück auch ausgeglichen. Durch einen 3D-Sensor kann die Handbewegung des Trägers erfasst werden, mit welcher dann eine Interaktion zu den eingeblendeten Objekten möglich ist. Die Datenbrille scannt permanent die Umgebung und die in ihr befindlichen Objekte, sodass sie diese bei der Erweiterung der Realität berücksichtigen kann. Die Geräusche der virtuellen Objekte werden über Kopfhörer realitätsgetreu und dreidimensional an den Nutzer übermittelt.

Die HoloLens unterstützt zur Zeit drei Eingabemöglichkeiten (Project Origami). Zum einen kann ein „gedachter“ Blickstrahl einen dreidimensionalen Cursor steuern, zum anderen kann mit dem Zeigefinger eine Klickbewegung (Air Tap) in der Luft ausgeführt werden und als drittes besitzt die HoloLens eine Spracherkennung.

In ersten Produktdemonstrationen wurden Szenarien unter anderem aus den Bereichen Architektur, Telepräsenz und Gesundheitswesen gezeigt. Konventionellere – und damit vielleicht auch alltagstauglichere – Anwendungsfälle können z. B. in der Integration des Video- und Instant-Messaging-Dienstes Skype und neuen Formen interaktiver Spiele gesehen werden.

HoloLens und Social Augmented Learning

Die HoloLens wäre durch die vielfältigen Möglichkeiten der Anwendung eine Bereicherung für das Projekt Social Augmented Learning. Sowohl der Aspekt der Augmented Reality als auch die unterschiedlichen Funktion des sozialen Agierens könnten die bisherigen Formen und Funktionen der Lernmodule sinnvoll erweitern und verändern.

Allerdings lassen die umfangreiche und kostspielige Technik (konkrete Preise wurden noch nicht veröffentlicht, vermutlich aber deutlich oberhalb der 400$/400€ Grenze) sowie der noch nicht genau bekanntgegebene Zeitpunkt des Verkaufsstarts (vermutlich noch in diesem Jahr) darauf schließen [3], dass die HoloLens einige Einstiegshürden überwinden muss.

Im Projekt Social Augmented Learning wird die Entwicklung – nicht nur der HoloLens, sondern auch anderer Daten- und AR-Brillen – aufmerksam verfolgt. Sollte sich hier eine marktreife Lösung zur Projektlaufzeit etablieren, ist die Erweiterung der im Projekt entwickelten Lernanwendung für die Nutzung in diesem neuen, interaktiven Medium, angedacht.

Quellen:

  1. Microsoft HoloLens (2015):
    https://www.microsoft.com/microsoft-hololens/en-us (zuletzt aufgerufen 15.06.2015)
  2. Heise (2015): Ausprobiert: Microsofts Augmented-Reality-Brille HoloLens
    http://heise.de/-2631223 (zuletzt aufgerufen 15.06.2015)
  3. WinFuture (2015): HoloLens auf unserem Kopf: Microsoft schafft beachtliche neue Welten
    http://winfuture.de/news,87023.html (zuletzt aufgerufen 15.06.2015)

Judit Klein-Wiele

Judit Klein-Wiele ist seit dem 01.08.2014 wissenschaftliche Hilfsfachkraft im Forschungsprojekt Social Augmented Learning am Institut für Systemforschung der Informations-, Kommunikations- und Medientechnologie der Bergischen Universität Wuppertal. Sie studiert die Fächerkombination Mathematik und Druck- und Medientechnik im Studiengang Master of Education (Lehramt an Berufskollegs).

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