Anschlussprojekt SVL 2020 gestartet

Zu neuen Ufern des Lernens in virtuellen Welten:
Anschlussprojekt und Zielsetzung

Die beiden Projekte Social Augmented Learning (SAL) und Social Virtual Learning (SVL) stießen auch über die Medienbranche hinaus auf durchweg positive Resonanz. In den Anwenderworkshops der bundesweiten Roadshows des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) konnten sich Bildungsakteure über Funktionsweise und Einsatzmöglichkeiten der neuen Lernformen informieren.

Anfang Oktober ging das Projekt SVL in die Verlängerung: Mit dem Anschlussvorhaben SVL 2020 sind insbesondere folgende Zielsetzungen für die Weiterentwicklung des Social Virtual Learning als Lehr- und Lernform verbunden:

Import und integrierte Bearbeitung von CAD-Daten
Hierzu werden wichtige Industrieformate, die im Kontext einer Nutzung im Social Virtual Learning identifiziert wurden, zur Erweiterung der bereits bestehenden Import-Funktion um zusätzliche Formate (z. B. STEP) genutzt. Weiterhin sollen die konkreten Bearbeitungsmöglichkeiten, wie z. B. Hierarchieanpassungen, Polygonreduzierung und Bereinigungsfunktionalitäten, ausgewählt und in die Anwendung integriert werden. Damit wird der Import von CAD-Daten in die SAL/SVL-Anwendung substanziell erleichtert und der Workflow von Rohdaten zu Augmented und Virtual Reality Lernmodulen optimiert.

Erweiterung des Autorenwerkzeugs um simulationsbasierte Interaktionsformen und Feedback-Funktionen
Sowohl SAL als auch SVL basieren auf einem leicht verständlichen Konzept aufeinander aufbauender Lernfolien. Auf Basis der durchgeführten praktischen Nutzerstudien scheinen explorative, selbstbestimmt und autonom erkundete Lernsettings im Kontext eines AR und VR-Einsatzes vielfach besser geeignet zu sein als lineare Lernpfade, weshalb die Anwendung in diesem Bereich erweitert wird. Vor allem neue Interaktionsformen, z. B. im Bereich problembasierten Lernens und der damit verbundenen Aufgabenstellungen in erweiterten und virtuellen Welten, werden zu diesem Zweck untersucht und implementiert.


Inhaltliche Ausweitung auf weitere Druckverfahren und die Druckverarbeitung
Der fachinhaltliche Fokus von SAL und SVL lag auf der Entwicklung und Erprobung innerhalb einer eng gesteckten Zielgruppe, der Berufsausbildung von Medientechnologen Druck. In diesem Kontext wurden exemplarisch Fachinhalte für eines der wichtigsten Druckverfahren, den Offsetdruck, entwickelt und umgesetzt. Das Berufsfeld umfasst darüber hinaus aber viele weitere Druckverfahren sowie zahlreiche vor- und nachgeschaltete Produktionsprozesse, die curricular ebenfalls relevant sind. Neben der Ausweitung auf weitere Druckverfahren, die mittels 3D-Visualisierung, Augmented und Virtual Reality zugänglich gemacht werden, steht daher die Kooperation mit weiteren Maschinenherstellern zur Integration zusätzlicher Fachinhalte an. So werden die wichtigsten Bereiche der technisch-gewerblichen Ausbildung der Druck- und Medienbranche abgedeckt.

Auch im Projekt Social Virtual Learning 2020 können sich interessierte Berufsschulen, Überbetriebliche Ausbildungsstätten sowie ausbildende Betriebe bei den Projektpartnern melden, wenn Interesse an einer Erprobung der weiterentwickelten Lernanwendung und der neuen Lernmodule besteht. Voraussichtlich werden diese Erprobungen von Mitte 2018 bis Mitte 2019 durchgeführt werden.


Übertragung von SAL und SVL auf den Maschinen- und Anlagenbau
Über die Erweiterung der Zielgruppe innerhalb der Druck- und Medienbranche wird das Lehr- und Lernkonzept Social Virtual Learning auf die Anwendbarkeit in weiteren Branchen untersucht. Mit SEEPEX aus Bottrop kooperieren wir erstmals mit einem Industriepartner aus dem Bereich des Maschinen- und Anlagenbaus.

Darüber hinaus sind interessierte Unternehmen, die idealerweise auch eine Vernetzung zu beruflichen Bildungsinstitutionen aufweisen, gerne eingeladen, sich bezüglich zusätzlicher Kooperationsmöglichkeiten bei den Projektpartnern zu melden.


Exemplarisch werden zu Evaluation der Übertragbarkeit zwei Lernmodule entwickelt, um die Einsatzmöglichkeiten in diesem Sektor zu demonstrieren und Strukturen für einen einfachen Transfer in weitere Unternehmensbereiche und Branchen zu etablieren.

Bildung eines Konsortiums zur Verbreitung und Weiterentwicklung von SVL-Lösungen
Die Entwicklung von VR-Lerninhalten ist derzeit eine der größten Hürden für die weitere Verbreitung nicht nur im Bildungskontext. Neben der Erweiterung der Import-Funktion (oben beschrieben) ist daher die Bildung einer Konsortiums geplant, in dem diverse Stakeholder — darunter VR-Gerätehersteller, Content-Entwickler, Maschinenhersteller, Fachverlage der technisch-gewerblichen Bildung sowie Industrieverbände — gemeinsam an der strategischen und operatorischen Ausrichtung weiterer Entwicklungsaktivitäten arbeiten. Im Ergebnis entsteht so ein Netzwerk, in dem perspektivisch der Einsatz immersiver Visualisierungsmedien, wie sie Augmented und Virtual Reality darstellen, innerhalb der beruflichen Bildung (unter anderem anhand von SVL) standardisiert wird.

Öffentliche Veranstaltungen mit Projektbeteiligung werden auch weiterhin auf unserer Website bekanntgegeben. Das Anschlussprojekt hat eine Laufzeit von zwei Jahren und endet im September 2019.

Christian Dominic Fehling

Christian Dominic Fehling ist seit 2013 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Systemforschung der Informations-, Kommunikations- und Medientechnologie der Bergischen Universität Wuppertal.

Sein Forschungsschwerpunkt liegt in der Entwicklung von technikgestützten Lernaktivitäten, unter anderem mit Augmented & Virtual Reality.